Restaurant U Pravdů, Prag 1
Böhmisch essen wie zu Großmutters Zeiten: im Restaurant U Pravdů auf der Žitná-Straße in der Prager Neustadt unweit des Karlsplatzes.
Das Restaurant kann auf eine Jahrhunderte lange Tradition zurückblicken und serviert seinen Gästen klassische böhmische Gerichte in gemütlicher Atmosphäre. In den Sommermonaten lädt der lauschige kleine Biergarten zum Verweilen unter freiem Himmel ein.
Gezapft werden fünf verschiedene Biere: Gambrinus, Pilsner Urquell, Velkopopvický kozel (Hell- und Dunkelbier), Granát (Halbdunkel) und Hoegarden (Weizenbier), ergänzt von alkoholfreiem Radegast birell aus der Flasche.
Die Prager Neustadt (Nové Město) ist die jüngste und größte der im Mittelalter und der Neuzeit gegründeten vier zunächst noch unabhängigen Städte, die heute die historische Innenstadt Prags bilden. Sie war ein Projekt von Kaiser Karl IV.
Lokal mit Tradition: Vom U Lajblů zum U Pravdů
Nach Vermessung der Hauptachsen der künftigen Stadt, Absteckung der Trassen der Straßen und der Gebäudeparzellen wurde am 23. März 1348 feierlich der Grundstein der Neustadt gelegt. Die neuen Gebäude und Straßen wurden mit einer Befestigungsanlage geschützt.
Wenn wir die Roggengasse (Žitná) durch das Tor in Richtung Stadt und weiter nach unten in Richtung Viehmarkt (Dobytčí trh) gehen, gelangen wir zu dem Haus mit der Bezeichnung U Lajblů mit der Konskriptionsnummer 656. Die ersten Erwähnungen einer Brauerei findet man unter der bereits genannten Bezeichnung des Hauses, später trug es die Bezeichnungen U Chlupů, U Tikánu (Likánů) und davor wohl auch Kalivodský.
Aufzeichnungen aus der Zeit der Renaissance verraten uns, dass in dem Gebäude im Jahr 1599 ein Vilém Redrfester aus Wildrstorf geheiratet hat. Im Jahr 1602 verkaufte er es dann an einen Jan Šmejdíř. In dieser Zeit erhielt das Haus auch seine prächtige Verzierung: die Brauereifassade mit der Schild-Attika war das Schmuckstück der Roggengasse. Das weiträumige Gebäude erstreckte sich damals zwischen der heutigen Roggen- und der Fleischergasse (Řeznické).
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gehörte die Brauerei einem Ondřej Ledeger. Im Jahr 1819 ist als Eigentümer ein Kašpar Mrázek angeführt. In dieser Zeit findet man in den Stadtplänen für die Straße noch die Bezeichnung Roggentorgasse (Žitnobranská).
Im Jahr 1885 begann ein Umbauprojekt, bei dem die Hälfte des in die Roggengasse reichenden Hauses abgerissen wurde. Die Gründe für den Teilabriss sind heute nicht mehr bekannt. Das neu errichtete Gebäude bekam die Konskriptionsnummer 1701. Das Haus in der Fleischergasse trägt bis heute die Bezeichnung U Lajblů.
Nach der Fertigstellung des Gebäudes im Jahr 1888 beantragte Herr František Pravda, der in Besitz des Braurechts war, die Genehmigung zur Errichtung eines kleinen Altans, wo er Bier brauen wollte. Daher stammt der bis heute erhaltene Name des Restaurants: U Pravdů - bei den Pravdas. An die Kanalisation angeschlossen wurde das Haus nach den Plänen des Kanalisationsbüros der Hauptstadt Prag am 6. Juli 1916. Unterzeichnet von Herrn Ing. Boh. Vondráček.
Hier findet man auch die Unterschrift des damaligen Hausbesitzers und des Inhabers des Restaurants Josef Boš. In den Jahren 1901 bis 1904 wohnte in dem Haus im zweiten Stock der Forschungsreisende Alberto Vojtěch Frič.
Von einer seiner Exkursionen brachte er aus Südamerika den Indianer Čerwuiš mit, mit ganzem Namen Čerwuiš Piošád Mendosa. Während seine Anwesenheit in dem Haus die neunjährige Tochter des Hauseigentümers nams Emilie ängstigte, spielte er interessanterweise gerne mit der zwanzigjährigen Tochter Maruška des Komponisten Antonín Dvořák von gegenüber. In dieser Zeit wiederum pflegte sich Antonín Dvořák auch mit dem Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski zu treffen.
Nach Josef Boš ging das Haus an seinen Sohn Bedřich Bosh über und Betreiberin des Restaurants wurde dessen Frau Meta Boshová. Obwohl es zur Änderung der Schreibweise vom tschechischen š zum sh kam, befand sich auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs an dem Haus weiterhin die Inschrift “Bošova Restaurace U Pravdů”. Diese Inschrift wurde erst bei der Instandsetzung der Fasade 1991 übermalt.
| Adresse: | Restaurant U Pravdů (Druckversion) Žitná 1701/15, 110 00 Praha 1 |
| Öffnungszeiten: | Mo - Fr 11 - 23 Uhr, Sa + So 12 - 23 Uhr |
| Telefon: | +420 222 233 915 |
| Fax: | +420 257 53 14 55 |
| E-Mail: | restaurace@upravdu.com |
| Website: | www.upravdu.eu ![]() |







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