Kleinseite und Burgviertel
Mit ihren prachtvollen Renaissance- und Barockbauten, Kirchen und Adelspalästen, Gärten, Parks und der idyllischen Moldauinsel Kampa gehört
die Kleinseite (Malá Strana) sicher zu den architektonisch eindrucksvollsten Stadtteilen Prags. Wer hier wohnt, umgeben von so viel Schönheit, gilt als privilegiert und könnte sich eigentlich glücklich schätzen - stünde das Viertel nicht gar so hoch im Kurs bei Touristen aus dem In- und Ausland. Kaum ein anderes Stadtviertel ist so offensichtlich von dem Fremdenverkehr geprägt, hat so viele Hotels, Restaurants und Souvenirläden und so wenige “normale” Geschäfte. Trotzdem hat sich die Kleinseite an manchen Stellen noch ihren ursprünglichen Reiz bewahrt, und so stößt man immer wieder auf winzige Hinterhofs-Werkstätten, Tante-Emma-Läden, kleine Bierkneipen - und Cafés. Bei den Letztgenannten spiegelt das Angebot recht genau den Mix wieder, der den Charakter der Kleinseite insgesamt bestimmt. Hier findet man alles, vom einfachen Steh-Café über die Konditorei (man könnte auch Oma-Café dazu sagen) bis hin zur noblen Café-Lounge mit Designermöbeln und drahtloser High-Speed-Wi-Fi-Verbindung fürs Business-Meeting. Wie eng diese Welten beieinander liegen können, verdeutlichen am besten zwei Extreme der Prager Café-Szene: Das Café Savoy und die Kavárna V sedmém nebí (Kaffeestube im siebenten Himmel”) teilen sich das Erdgeschoss desselben Jugendstilbaus - das eine ein Grand-Café im Wiener Stil, das andere ein Treff der Alternativ-Szene.














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